Logo Kiwi School of the air

Startseite
 
Australien
 
Neuseeland
 
Outback
 
 
 




1916 begann man auf dem fünften Kontinent für die Kinder im Outback den Schulunterricht in schriftlichen Fernkursen anzubieten. Diese Methode etablierte sich rasch, da Internate oder Hauslehrer für die meiste Farmer zu teuer waren. Der Nachteil bestand allerdings darin , das die Schüler sehr isoliert lernen mussten. Jedes Kind war auf die Hilfe eines Erwachsenen angewiesen, der in die Rolle eines Ersatzlehrers schlüpfte.
Dieses Problem erkannte auch Adelaide Miethke - die geistige Mutter der School of the air.
1944 kam sie als Mitglied einer delegation des Royal Flying Doctor Service nach Alice Springs. Sie erkannte die Chancen des Radiokommunikationssystems das die Flying doctors nutzen. Speziell ausgebildete Lehrer sollten die Kinder unterrichten und diese kommen zusätzlich in Kontakt mit Altersgenossen.
Die erste Funkschule wurde 1951 in Alice Springs gegründet. Mit Hilfe des Royal Flying Doctor Service in anderen Orten wie 1956 in Broken Hill ,1958 in Ceduna und Port Augusta, 1959 in Meekatharra, 1960 in Mount Isa und Derby, 1962 in Kalgoorlie, 1964 in Port Hedland, 1966 in Katherine und in Charkesville und 1968 in Carnarvon und 1973 in Cairns.
Die beiden schulen in Alice Springs und Katherine vereinigen den seit 1973 kombinierten Unterricht per Funk und Lehrer Hausbesuchen und schriftliche Fernkurse.
Die anderen Schulen sind ausschließlich für den Funkbereich zuständig.
Die Schule in Katherine verfügt außerdem über ein eigenes Programm für Aboriginals.
Die School of the air in Alice Springs versorgt ein Gebiet von über 1,3 Millionen Quadratkilometern. Die ca. 140 Schüler wohnen bis 1000 km vom Schulgebäude entfernt.
Mit der Vorschule und dem Kindergarten gibt es bis zum 7. Schuljahr insgesamt 9 Klassen, in denen Schüler im Alter von 4,5 und 13 Jahren unterrichtet werden.
Die Schule in Katherine versorgt z. B. 800.000 Quadratkilometer und Bewohner des Northern Territories, die sich in Übersee und in anderen Teilen Australiens aufhalten. Zur Zeit arbeitet die Schule auch mit Kindern in Kanada und Indonesien.
Die Lehrer sitzen in der Schaltzentrale; von dort werden Übungen und Hausaufgaben vergeben und überprüft .Es gibt täglich 30 min Sitzung und zusätzlich bekommt jeder Schüler noch in der Woche 10 min private Radiozeit mit dem Klassenlehrer. Die Funkzeit ergänzt die Fernkurse zuhause sodass die Schüler fünf bis sechs Stunden am Tag aufwenden.
Der Unterricht im Stile eines Schulfunks wurde bald von der Zweiwegkommunikation abgelöst. Die Schüler erhalten einen Transceiver ( Sender und Empfänger) und nehmen so aktiv an den Unterrichtsstunden teil und bekommen sofort ein Feedback. Probleme gibt es manchmal wegen schlechter Übertragungsqualität. An der Verbesserung der Übertragungsqualität wird ständig gearbeitet. Seit Anfang der 90er Jahre erhielten viele Stationen im Hinterland sehr gute Telefonverbindungen durch solarbetriebene automatische Sender und Empängerstationen entlang der transkontinentalen Glasfaserleitungen. Dies ermöglicht der School of the air häufigerer und persönliche Kontakte zu den Schülern aufzunehmen. Seit 1992 könne die Schüler ihre Lehrer in Live-TV-Übertragungen über Satellit erleben.
Auch das Internet erobert die Farmen im Outback. Immer mehr Eltern und Schüler nutzen das Word-Wide-Web und kommunizieren begeistert über e-mail. Die EDV-Ausbildung zählt ebenfalls zum festen Repertoire der Schule.
Z u beginn der Stunde meldet sich jedes Kind . Fehlende Schüler werden telefonisch angemahnt. Die Lektionen sind nicht länger als 20 bis 30 min. Auch Wahlfächer werden über Funkunterrichtsstunden angeboten.( Kochen, Erste Hilfe, Drogenberatung, Briefmarkensammeln, Kunsthandwerk , Gesang)
Die Road Trains , sind gleichzeitig Post -und Lieferauto. Mit ihnen kommen die Übungshefte zu den Schülern und die fertigen Hausaufgaben zurück zum Lehrer. Die Lernmaterialeien werden in Paketen jeweils für 10 Tage vorbereitet. Die Lehrer korrigieren die Arbeiten , machen Bemerkungen. Dann werden sie wieder an den Schüler geschickt. Dadurch kann es mehrere Wochen dauern bis ein Diktat korrigiert ist.
Zu Beginn des Schuljahres treffen sich die Schüler in der Schule. Dort lernen sich Klassenkameraden und Lehrer kennen. Während des Jahres treffen sie oft zusammen mit den Familien zu Sporttagen oder Klassenausflügen. Wenn die Eltern eine Einkaufsfahrt machen , kommen die Kinder mit und verbringen ein paar Stunden in der School of the air.
Einmal im Jahr machen die Lehrer eine Runde durch das Outback um ihre Schüler zu besuchen. Dabei reisen sie tausende von Kilometern. Meist mit dem Schuleigenen Allradfahrzeug, oft auch mit dem Flugzeug. Die Lehrer müssen dann meist im Elternhaus ihrer Schüler übernachten und lernen so das familiäre Umfeld besser kennen. Die Kinder genießen es ihrem Lehrer ihre eigene Welt zu zeigen.
Runde ein Drittel der Familien bezahlen jemanden der ihren Kindern bei den Schularbeiten hilft. Oft sind das junge Mädchen aus der Stadt. Manche der Betreuer sind auch arbeitslose Lehrer. 1988 wurde außerdem das Programm" Volunteers for Isolated Students in Education" gegründet. Pensionierte Lehrer gehen dabei für ca. 6 Wochen ins Outback die besondere Lernschwierigkeiten haben. Diese Lehrer erhalten Reisekosten , Kost und Logis.
Die beteiligten Familien kommen aus allen sozialen Schichten. Bedauerlicherweise sind nur 15 der Schüler Aboriginals.
Die Kurse werden in englischer Sprache abgehalten und erfordern eine Betreuung einer Person zuhause mit guten Englischkenntnissen, welche den Ureinwohnern leider meist fehlen .Die Betreuer müssen die Mittlere Reife haben. Sie erhalten Stundenpläne mit aufgaben und die Angaben wie viel Zeit der Schüler dafür benötigen soll. Die Betreuer treffen sich einmal im Jahr in der Schule um Instruktionen zu erhalten und sich mit den Lehrern auszutauschen.