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In unserem Forum kann und soll über NOP diskutiert werden.

Besuch bei der NOP in Holland am 01.05.2001

Was ist die NOP?
"Niederländischer Auffang für Papageien".

Eine Stiftung, die Papageien aus einer Beschlagnahmung oder aus privater Haltung aufnimmt.
Meist handelt es sich um Tiere, die in Einzelhaltung gelebt haben, mit denen dann die Besitzer nicht mehr zurecht kamen. Oftmals, weil sie Schreier, Rupfer oder Krank wurden. Dann sind diese Tiere nicht mehr erträglich oder sie sehen eben nicht mehr "Vorzeigefähig" aus und es kommt dann die Abgabe mit manchmal fadenscheinigen Begründungen (er ist zu laut für meine neue Wohnung; sogenannte Scheidungsopfer oder die beste Aussage ist, wenn man angeblich nach Jahren eine Allergie "wegen" des Papageis bekommt). All diese Tiere finden hier ein neues Zuhause und man ist bemüht, diese wieder zu Vergesellschaften mit ihres gleichen.
Zur Zeit unseres Besuches lebten ca. 2200 Papageien und einige andere Tiere auf dem Areal.
Die Stiftung lebt und arbeitet für die Tiere und trägt die Kosten durch Spenden (Sachspenden oder Geldspenden) oder kostenloser Arbeitseinsatz von Freiwilligen.

Hier erhalten Sie eine Wegbeschreibung und eine Karte.


Weitere Informationen im Netz unter: http://www.papegaai.org

Eine kurzentschlossene Unternehmung wurde in die Tat umgesetzt.

 

Zwei alte Hasen (Gitti und Kiwi) und ich, als absoluter Neuling besuchten die Anlage der NOP.
Wir fuhren von Heidelberg um ca. 7 Uhr morgens los und kamen um ca. 10 Uhr auf dem Parkplatz der NOP an.
Leider muss erwähnt werden, dass eine Ausschilderung von der Autobahn oder Bundesstraße her nicht vorhanden ist. Wir hatten uns bei der erstbesten Tankstelle in Veldhoven erkundigt und erhielten eine sehr nette Auskunft in schriftlicher Form (Diese Beschreibung könnt Ihr euch hier ansehen und ausdrucken).

Nach dieser Wegbeschreibung erreichten wir unser Ziel ohne Probleme. Leider hatten wir mit dem Wetter nicht so viel Glück. Es war nur etwa 15 Grad und bewölkt, aber kein Regen. In Germany-Land soll das 1.Mai-Wetter super gewesen sein.
Am Parkplatz angekommen fielen uns als erstes zwei freifliegende Aras auf, die sich in den Tannen aufhielten und die Besucher mit ihren Rufen begrüßten. Diese herrlichen Geschöpfe im Freiflug zu sehen oder ihr Verhalten untereinander zu beobachten ist herrlich - einfach unbeschreiblich.


An der Kasse / Rezeption erhält man entweder Tageskarten oder Jahreskarten. Wir entschlossen uns, die Jahreskarte zu nehmen. Nicht, weil wir evtl. dieses Jahr noch mal kommen wollen, sondern, weil wir wissen, dass jede Mark den Papageien zu gute kommt. Für Sammler von Papageienfiguren ist in der Rezeption vorgesorgt. Aber auch T-shirts und Papageienstofftiere und Aufkleber sind zu erhalten. Auch diese Gelder kommen den Papageien zu Gute. Das Personal ist sehr freundlich und bemüht, Fragen in Deutsch zu erklären. Leider gibt es eine Parkbeschreibung nur in Holländisch, da sich bisher noch niemand gefunden hat, die Übersetzung ins Deutsche kostenlos zu übernehmen. (Vielleicht findet sich ja hier jemand, der es gerne übernehmen möchte).
Unser erste Sichtung war eine große runde Voliere mit etlichen Sittichen. Schon auf dem Weg dorthin sahen wir die größeren Volieren mit Kakadus (Weishauben-, Molluken- und Gelbhaubenkakadus) drin. Als Papabesitzer reizt dies einen natürlich mehr und so besuchten wir auch gleich diese ehemaligen wunderschönen Tiere. Es ist eine Anlage direkt hinter der Rezeption und setzt sich aus ca. acht nebeneinander stehenden Volieren zusammen. Die Volieren sind durch doppelte Gitter von einander getrennt. Jede Voliere hat einen angrenzenden Schutzraum, in den die Tiere nach Lust, Laune und Wetter rein oder raus gehen können.
In jeder Voliere versucht man eine Paarbildung (Hahn + Henne / Hahn + Hahn / Henne + Henne) oder Gruppenbildung zu erreichen, was leider nicht immer möglich ist (Krankheiten oder Aggressivität der einzelnen Papageien). Man merkte sofort, dass sie sehr menschengeprägt sind, denn jeder wollte als erstes gekrault werden. Kam man an eine Voliere, so hingen sie gleich, wie die Kletten an den Gittern. Wurde Einer in der Nachbarvoliere nicht gleich beachtet, so konnte es schon vorkommen, dass sie sich durch lautes Rufen bemerkbar machten. Einige waren auch darunter, die anscheinend mit dem Menschen schlechte Erfahrung gemacht hatten und hielten sich lieber im Hintergrund auf, welches eigentlich die Ausnahme war.


Folgt man dem Rundweg, so kommt man dann an eine Anlage, die vielleicht nicht jedem so gefällt, wie sie ist. Die Volieren sind seitlich gemauert und versetzt angereiht. Jede Voliere wiederum hatte einen eigenen Schutzraum. Ein Teil der Volieren war aber auch mit Papageiendraht noch etwas vorgebaut, so dass jeder den anderen zwar sehen konnte, aber z.B. nicht in die Füße beißen konnte. Auch das Dach dieser Volieren war vergittert, so dass die Tiere auch Regen, Sonne und Wind erleben können. In diesem Bereich waren wieder in jeder Voliere nur ein bis zwei Amazonen. Z.B. saßen in der einen Gelbstirnamazonen und in der Nachbarvoliere Blaustirnamazonen. An der äußersten Ecke der Anlage befand sich eine größere Eckvoliere in der Kakadus saßen. Um die Ecke herum waren wieder versetzte Volieren, die immer mit ein bis vier einer Art besetzt waren. Hier waren z.B. wieder Gelbhaubenkakadus, Gelbstirnamazonen und Nacktaugenkakadus untergebracht. Seit diesem Volierenabschnitt weiß ich, wie laut Amazonen und Kakadus werden können. Ich dachte wirklich mein Trommelfell fliegt weg.


Zwischen den einzelnen Anlagen gibt es reichlich Grünflächen und Bäume mit oder ohne Möglichkeit zum hinsetzen und Beobachten.


Das nächste war ein Schutzhaus, dass eine rundgestaltete Wiesenfläche mit einer umgebenden Mauer (ca. 80 cm hoch) hatte. Hier waren die flugunfähigen Papageien untergebracht. Es waren Amazonen, ein Ara und Kakadus darunter. Ein kleines Gelbhaubenkakadu mit zwei gebrochenen Flügeln stampfte durchs Gras. Ein Ara kletterte auf einem Ast herum. Jeder tat das, wonach ihm gerade war. Hier trafen wir auch wieder auf die freifliegenden Aras, die sich bei den Besuchern das gekaufte Futter erbettelten. Die beiden Aras lebten letztes Jahr auch noch hier auf diesem Wiesengrundstück mit vielen Klettermöglichkeiten.
Von zwei Seiten umringt wurde diese Anlage wieder von Volieren mit Schutzräumen und immer mit ein oder zwei Papageien darin. Es waren Weißhauben- und Molukkenkakadus und Aras. Teilweise sehr arme Teufel darunter. Ein rupfender Molukke hatte keine Federn mehr am Körper, nur noch an den Flügeln, am Schwanz und am Kopf. Durch die immer wiederkehrende Beseitigung der Federn hat sich die Haut blau-schwarz verfärbt und ist dadurch lederartig und sehr schuppig geworden. Hier wächst keine Feder mehr. Was muss dieser arme Kakadu mitgemacht haben, bis ihn seine Besitzer endlich in gute Obhut gebracht haben.

 

Folgt man dem Rundweg, so kommt man an verschiedenen kleinen Volieren mit Schutzräumen vorbei.
Hier sind mehrere Timnehs untergebracht, die sich rupfen und Diät erhalten. Sicherlich lebergeschädigte, die meist reichlich mit fetthaltigem und falschem Futter, wie Nüsse (meist Erdnüsse) und Sonnenblumenkerne ernährt wurden. Hier wird versucht, den Tieren zu helfen, indem man sie unter ärztlicher Betreuung hält und gezielt ernährt.

Videodate mit zwei Amazonen zum herunterladen
In der nächsten Voliere saßen dann mehrere Amazonen mit eigenem Schutzhaus. Hier habe ich erstmals erlebt, dass Amazonen auch sprechen können und nicht nur brüllen. Zwei Videodateien könnt Ihr euch hier anschauen .


Die nachfolgende Volierenstation beherbergt wieder Graupapageien (Kongos). Arme Seelchen, die aber mehr oder weniger gerne an die Gitter kamen und sich kraulen ließen.


Auf der linken Seite des Rundweges eröffnete sich ein Riesen-Voliereanlage, die ein Dreieck bildet. Die Voliere hat 2500qm und jeder Innenschenkel mist ca. 80 m Länge. In einer der Ecken war das Schutzhaus der Vögel. Wie viele Papageien wirklich drin waren, lässt sich schwer sagen, da etliche noch im Schutzhaus waren, die anscheinend nicht raus wollten. Es waren verschiedene Amazonen, Kongo-Graupapageien und verschiedene kleine Arten von Kakadus da. Eine Amazone stach durch ihre Aussage besonders hervor. Sie sagte immer: "mmmmhhhh leckerrrr".
Man konnte wunderbar die sogenannte Hackordnung unter den Amazonen beobachten. Der Stärkere war immer zuerst am Gitter und bettelte nach Zuwendung und Futter.
Meine Lieblingskakaduart, der Goffin-Kakadu war auch mit von der Partie. Jetzt konnte ich ihn das erste Mal in Natura erleben und bin immer noch von deren Gesichtsausdrücken tief beeindruckt.

 


Am Ende des Volierendreiecks angekommen, ging es über den Hauptweg in eine Großraumvoliere. Ja, es ist richtig: in diese Voliere dürfen die Besucher rein und können die darin lebenden Sittiche hautnah erleben. Natürlich sind alle sehr gut ernährt, da ja jeder Besucher gut Futter geholt hat (so richtig kleine Brathähnchen). Es gab

verschiedene Halsbandsittiche, Rosellasittiche, ein Pärchen Hahns Zwergaras, Nymphensittiche und einige andere Sitticharten, die ich leider Namentlich nicht aufführen kann, da ich sie nicht

kenne. Ich kann nur eines sagen: eine wunderschöne Farbenpracht. Die Sittiche, die satt waren konnte man auch wunderschön in ihrem sozialen Gefüge beobachten. Da haben grüne und blaue Halsbandsittiche miteinander geschnäbelt, wieder andere sich gegenseitig geputzt, gebalzt oder gestritten.
Ein wirklich schönes Erlebnis war in dieser Voliere, dass einer diesermopsigen Art mit Gitti geschmust und gespielt hat. Er wollte eigentlich gar nicht aufhören. Hatte ihn Gitti Richtung Klettergerüste gesetzt, so war er kurzerhand wieder bei ihr auf der Schulter und wir dachten schon, der geht jetzt mit raus. Er war gar nicht mehr zu sättigen. Ihm war das Futter ganz egal geworden. Hauptsache es hat sich jemand endlich mal um ihn gekümmert. Und wieder habe ich mich gefragt, wie man so ein (zwar nicht farbenfrohes) liebes Tier hergeben kann.

 

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Weiter den Rundweg entlang, gelangte man an einem kleinen See vorbei, in dem etliche Wasserschildkröten lebten. Auf dem Weg stand man nun vor einer Voliere, die andere Arten als Papageien beherbergte. Es waren vier Schneeeulen darin und zwei Vögel, für uns unbekannte Art. Die Voliere bestand im Prinzip aus zwei Stahlträgern, die im Dachteil so gebogen waren (es sah fast wie ein "M" aus, in dem das Mittelteil die Aufhängung für das Auto ist), dass darauf ein VW-Käfer gestellt wurde, den die Vögel als Landeplatz und evtl. als Versteckmöglichkeit zur Verfügung hatten. Er ist so platziert, dass die Vögel über ihm durchfliegen konnten. Über diesem Ganzen ist ein feinmaschiges stabiles Vogelnetz gespannt und am Boden befestigt.
Neben dieser Voliere ist dann rechter Hand ein Teich, der von hiesigen Wasservögeln bewohnt ist. Auch ein Pärchen Störche waren mit von der Gesellschaft.
Der Rundweg geht dann weiter und man gelangt dann wieder an kleineren Volieren mit Schutzraum, in denen dann nochmals kleinere Arten von Kakadus leben.


Als Krönung des ganzen Parks kommt man dann in eine Volierenanlage, in welcher der Besucher eigentlich der eingesperrte ist. Ein Gittertunnel führt durch die zusammen gebauten Volieren (drei Volieren a 30m lang x25m breit x 5m hoch). Die Vögel klettern um einen herum und betteln wie alle anderen nach Zuwendung und Futter. Hier sind alle möglichen Arten (Amazonen, Graupapageien, Kakadus und Aras) gemischt zu Hause.
Übrigens sind alle Behausungen der Vögel, auch die kleineren, mit reichlich Holzstämmen (in verschiedenen Durchmessern) und Klettergestellen versehen. Auf dem Boden wächst üppig Gras und an den Dächern sind auch ein paar Meter überdacht, im Falle, dass sich doch der eine oder andere vor den Witterungen schützen will.
An der Frontseite befindet sich der Schutzraum in luftiger Höhe (unter diesem man Unterstellmöglichkeiten für Gerätschaften geschaffen hat).


Nach dieser Anlage stößt man dann auf die Krankenstation. Dort sind Außenvolieren mit Bodengittern auf Holzpfählen stehen. Auch hier achtet man darauf, dass die Papageien zu zweit sind. Diese Volieren sind nicht die Volieren, die ich gut finde, aber nach Erklärung meiner fachlichen Mitstreiter, muss ich mich deren Meinung anschließen. Diese sind gut für Papageien, die z.B. nicht mit ihrem Kot in Berührung kommen sollen (Krankheiten usw.). Auch ist ein Leichtes für die Pfleger, an eine "reine" Kotprobe für eine Untersuchung zu kommen. Durch diese Bauart ist eine leichte und gründliche Reinigung möglich, da die Tiere keinen Bodenkontakt haben. Kletter- und Sitzmöglichkeiten sind selbstverständlich auch hier gegeben. Es sind ca. 10 Außenvolieren an ein Gebäude mit Schutzräumen gebaut, in den Maßen von ca. 1.5m Länge x 1,5m Breite und 1m Hoch. Untergebracht sind hier auch sogenannte Einzeltiere und Paare. Es gibt Amazonen, Sonnensittiche, Kakadus und Aras.

 

Weiter auf dem Rundweg gelangt man dann an eine große Voliere mit Schutzraum, in der nur Nymphensittiche sind.
Man glaubt es kaum, in der nächsten Anlage waren Hühner und Tauben der unterschiedlichsten Art untergebracht.
Auf der gegenüberliegenden Seite befinden sich nochmals Volieren mit Papageien (anscheinend war diese Einrichtung der Grundstock der Anlage, denn hier waren die "Käfige" kleiner gebaut und nicht unbedingt artgerecht).
Und der Abschluß des Rundganges beendet dann ein Gehege mit zwei Hängebauchschweinen, Gänsen, Hühnern und Enten.

An mehreren Stellen des Parks wird noch gebaut und so konnten wir nur von weitem die Anlage der Agaponiden sehen. Sie besteht auch aus einer großen Außenvoliere, in der sich sehr viele Bambusstangen mit vorgebohrten Löchern befinden, die anscheinend sehr gerne von den Unzertrennlichen benutzt werden, denn der Ansturm hinein und hinaus zu fliegen war groß. Wie viele dort untergebracht sind, konnten wir leider nicht erkennen, aber wir werden wieder kommen und können sie dann ja in Augenschein nehmen.

 

 

Unser Fazit:

 

Es ist eine wundervolle Anlage, die jeder Vogelliebhaber einmal gesehen haben sollte und bei der es sich lohnt, wieder zu kommen. Alle Vögel, die wir sehen konnten, fühlen sich anscheinend sehr wohl. Gottseidank. Wir denken das Herr Van Meegen mit dieser Anlage ein einzigartiges Paradies für diese armen Tiere geschaffen hat, bei der man guten Gewissens sagen kann, wo und wie die Spenden verwendet werden.
Wir möchten an dieser Stelle auch nochmals darauf hinweisen dass ein Grossteil der Tiere aus Deutschland stammt.


Noch ein letzter Hinweis:

Wie bereits mehrfach erwähnt, finanziert sich NOP komplett aus Spenden. Zur Zeit unseres Besuches, wurde z.B. Stromkabel zur Erweiterung der Anlage benötigt. Sie sehen also das auch kleine (Sach-)Spenden zum fortbestehen und zur Erhaltung beitragen können. Sollten Sie Sach- oder Geldspenden übrig haben, werden Sie auf den Internetseiten der NOP genauere Informationen erhalten.
Zusammenstellung und Fotos ©
Vicky Knauer (Vicky), Gitti Manges (Gitti) und Thomas Polster (Kiwi)

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